Zum 50 Todestag von Erich Kästner, am 29. Juli 2024, hat die Rückseite der BücherboXX am Fellbacher Platz ein neues Outfit bekommen. Mehrere Buch-Cover und Zitate erinnern an ihn. Daraus könnte eines Tages unter Beteiligung der Anwohner eine „Erich-Kästner-BücherboXX“ werden, denn schließlich hat er mehrere Jahre am Waldsee in Hermsdorf gewohnt.
Im Rahmen einer Gedenkstunde erinnerte Bernd Kebelmann an sein Leben, las Gedichte und Kurzgeschichten. Ein kurzweiliger Nachmittag mit politischem Gehalt.
Halten wir fest, was geschah. Schreiben wir es auf – und die Gedanken dazu. Die vorliegende „Rundschau BücherboXX Gleis 17“ ist ein Versuch, einiges zu dokumentieren und auszusprechen.
Zunächst sagen wir Dank für die großartige Spendenbereitschaft und für die Solidarität, dem aufkommenden Antisemitismus etwas mit Worten, Liedern und Taten entgegenzusetzen. Wenn wir einen der über hundert Spender herausstellen dürfen, dann Pedro Elsbach (Elsbach Stiftung). Sein Engagement über mehrere Jahre hilft uns sehr.
Nach dem Brandanschlag erfuhren wir erst, wie wichtig die BücherboXX mit ihren Büchern und der eingebauten Audiobox mit Texten und Liedern war. Weitermachen, weitermachen, hieß es von allen Seiten.
Die Benefizkonzerte an der BücherboXX, in der Friedenskirche, ja sogar in einer Stuttgarter Musikschule haben sehr geholfen, den Anschlag zu überwinden und die Kraft für einen Neuanfang zu finden.
Anteilnahme kam u. a. aus dem Ausland, z. B. Frankreich, Neuseeland, Israel. Auch der politische Zuspruch war groß, Kirstin Bauch (Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf) schrieb das Vorwort für die Rundschau. Lisa Paus (Bundesfamilienministerin) besuchte den Brand-Ort und führte ein intensives Gespräch, das in ein Interview mündete. Ein wichtiger Ansprechpartner in der Phase nach dem Anschlag war stets Sigmound Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde.
Die Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ in Bonn übernahm die ausgebrannte BücherboXX als ein beispielhaftes Objekt für eine Antisemitismus-Ausstellung, das Auktionshaus Bassenge hatte ein verkohltes Buch künstlerisch gerahmt und nahm es in die Auktion.
Nachbarschaftliche Organisationen , wie z. B. der Siedlerverein Eichkamp e. V., die Europäische Akademie Berlin e. V., das Walther-Rathenau-Gymnasium und das Sägewerk Grunewald betonten die praktische Zusammenarbeit auch in der Zukunft.
Die Wiederaufstellung der neugestalteten BücherboXX am S-Bahnhof Grunewald wird aus technischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Stand: 13. Januar 2024
Das ist doch eine gute Nachricht zu Weihnachten. Viele fragen danach, schließlich haben viele ihre Solidarität mit dem antisemitischen Anschlag bekundet und großzügig Geld für den Wiederaufbau gespendet. Dafür sagen wir allen ganz herzlichen Dank. Aktuell findet der Aufbau mit Fachleuten der verschiedenen Gewerke und mit Beratung des Künstlers Rainer Ehrt im Sägewerk Grunewald (GFBM) statt.
Sie wird leider nicht zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2024 aufgestellt – siehe oben. Nur wenige Schritte entfernt im großen Saal des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins (ABSV) findet eine Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag statt. Mehr wird im Moment noch nicht verraten.
Zukünftige BücherboXX Gleis17 – hier unter dem Dach im Sägewk Grunewald. Bild: KK
…von der Telefonzelle in Paris zur BücherboXX in Berlin. Genauer gesagt: am Halemweg im kleinen Einkaufszentrum zwischen Netto und Erlkönig. Mit einer deutsch-französischen langen Bank zum Verweilen und Luftholen. Dieses KunstStück ist in deutsch-französischer Zusammenarbeit u. a. mit der Hans-Böckler-Schule (Konstruktionsbautechnik) und dem Sägewerk Grunewald (GFBM) entstanden. Alles wurde gut bedacht, die beiden Türen schienen entbehrlich, so ist der Eintritt jetzt noch einladender und kann offen und überdacht jedem Wetter standhalten. Die frühere BücherboXX am Halemweg musste aufwendig saniert und umgebaut werden. Als BücherboXX Gleis 17 hat sie nun ein neues Leben erhalten.
Die neue gläserne BücherboXX wurde dem Lesecafé am Halemweg von INBAK leihweise befristet zur Verfügung gestellt. Wer Interesse hat, eine solche BücherboXX bei sich aufzustellen, möglichst wind- und wettergeschützt, kann sich gerne bei INBAK unter 0173 601 491 2 oder konrad@kutt.de melden.
Die englische BücherboXX am Fehrbelliner Platz ist wieder als BücherboXX zu benutzen, am 12. November 2023 wurde die neue Tür eingebaut. Die Tür war hinüber und musste vollkommen neu in der Werkstatt aufgebaut werden, einschließlich neuer Scheiben, Scharniere, Rahmen und das schöne englische Rot als Neuanstrich. Das hat gedauert. Dieser Neuanstrich zeigt, dass nun auch die Farberneuerung der gesamten BücherboXX dran wäre.
In der Zwischenzeit wurde die BücherboXX als Galerie genutzt. Zehn Karikaturen von Klaus Stuttmann waren vor einer Schranke zu sehen. Sie karikierten den Brexit, der nun schon mehrere Jahre zurück liegt. Trauer gibt es immer noch darüber. Jetzt können wieder Bücher getauscht werden, mit Freude.
Die Reparatur wurde vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK) mit Fachleuten und verschiedenen Werkstätten organisiert, u. a. mit dem Sägewerk Grunewald. INBAK hat mit dem zur GFBM gehörenden Sägewerk eine Vereinbarung geschlossen und eine regelrechte „Reparatur-Werkstatt“ für BücherboXXen eingerichtet.
Die nach dem antisemitischen Anschlag total zerstörte BücherboXX Gleis 17 wurde am 17. 10. 2023 abgeholt. Sie kommt ins „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ nach Bonn und wird für die Ausstellung „Antisemitismus in Deutschland“ (Frühjahr 2024) aufbereitet. Zwei Foto-Schilder und ein schwarzer Fleck markieren den bisherigen Ort.
Dank für die große Solidarität
Wir danken allen für die bisher auf allen Ebenen geleistete Unterstützung. Eine neue BücherboXX für diesen Standort wird gebaut – mit einem selbstverständlichen Bezug zum Mahnmal Gleis 17, mit solidarischem Bezug zu Israel, mit hebräischen Liedern und dem Hauptsatz: „Erinnern durch Lesen„.